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Fressnapf - der tierisch erfolgreiche Fach-Discounter
"Der Wunsch, ein Tier zu halten, entspringt einem uralten Grundmotiv - nämlich der Sehnsucht des Kulturmenschen nach dem verlorenen Paradies", sagte der Verhaltensforscher Konrad Lorenz. In Deutschland ist die Sehnsucht groß, denn rund 23 Millionen Haustiere, nicht gerechnet die Aquarienfische und Reptilien, leben hier. Noch nicht groß genug, findet einer, dessen Geschäft alles rund ums Tier ist. "Unter den Tierhalternationen in Europa rangiert Deutschland auf den hinteren Plätzen. In Italien, Frankreich und Großbritannien beispielsweise gibt es mehr Heimtiere als bei uns. Deutschland hat hier also noch Nachholbedarf", sagt Torsten Toeller, Gründer und Inhaber der Fressnapf Tiernahrungs GmbH.
"Wir sind alle Tierfans"
Ganz und gar keinen Nachholbedarf hat das von ihm gegründete Unternehmen. Fressnapf gehört in der Einzelhandelsbranche zu den Ausnahme-Unternehmen und gilt als Shooting Star: 20 Jahre nach Unternehmensgründung ist Fressnapf in Deutschland und Europa die unangefochtene Nummer 1 im Markt für Heimtierbedarf. Stetig steigende Umsätze sind anscheinend selbstverständlich, und mit rund 100 Neueröffnungen im Jahr lehrt das Franchise-Unternehmen seine Mitbewerber das Fürchten. "Einer unserer Erfolgsfaktoren ist, dass wir uns an den Wünschen unserer Kunden orientieren und etwas mit ihnen gemeinsam haben: Wir sind alle Tierfans. Das unterscheidet uns vom Großteil des Wettbewerbs", erläutert Torsten Toeller. Das klingt nach Marketing-Strategie, doch Toeller kann den Gegenbeweis antreten. Zu seiner Familie gehören drei Hunde, auf dem Anwesen der Fressnapf-Zentrale in Krefeld weiden Schafe, auch ein Rudel Damwild lebt dort. "Ungewöhnlich", finden manche, aber "Anders als alle Anderen" gehört zum Markenzeichen von Toeller und seinem Unternehmen.
Benchbreaking statt Benchmarking
Mit seinen Ideen betritt Toeller oft Neuland. Kontroversen mit diversen Vertretern der Zoofachhandels-Branche scheut er nicht, was ihm den Ruf eines Querdenkers eingebracht hat. Das stört den 43-Jährigen nicht, im Gegenteil. "Wer den Markt aktiv gestalten und im Wettbewerb dauerhaft die Nase vorn haben will, muss innovativ sein. Unternehmen dürfen sich nicht auf ausgetretenen Pfaden bewegen, sondern müssen Marktregeln konsequent und erfolgreich brechen", sagt er. Der Erfolg gibt ihm Recht: Im Juni 2009 eröffnete in München der europaweit 1.000ste Fressnapf-Markt. Inzwischen ist die Zahl der Märkte auf rund 1.100 Fressnäpfe angewachsen, über 760 gibt es in Deutschland. 1,2 Milliarden Euro Umsatz verzeichnete die Fressnapf Tiernahrungs GmbH europaweit im Geschäftsjahr 2009 und erzielte damit ein Wachstum von 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit seinen deutschen Märkten steigerte Fressnapf den Umsatz auf 830,9 Millionen Euro und verbuchte damit ein Plus von neun Prozent. In Deutschland und Europa Spitze, belegt das Krefelder Handelsunternehmen weltweit den dritten Platz - hinter den US-amerikanischen Unternehmen PetSmart und PETCO.
Von Erkelenz aus an die Spitze
Die "Idee Fressnapf" begann Ende der 80er Jahre zu reifen. Torsten Toeller kam von einer USA-Reise zurück, wo er sich für das Konzept der US-amerikanischen Super-Pet-Stores begeistert hatte. Derartige Fach-Discounter für Tiere wollte er auch in Deutschland etablieren, blitzte mit dieser Idee aber bei seinem damaligen Chef ab. "Tierfutterbuden will in Deutschland keiner", befand der. Also nahm Toeller 24-jährig die Sache selber in die Hand. Am 18. Januar 1990 eröffnete er im nordrhein-westfälischen Erkelenz den allerersten Fressnapf-Markt. Aber aller Anfang ist bekanntlich schwer - was auch der Jungunternehmer Toeller zu spüren bekam. Zu teuer, zu kleine Auswahl befanden die Kunden über den Ur-Fressnapf. Also verkaufte er sein Auto, verdoppelte sein Sortiment und senkte massiv die Preise. Kurz darauf hatte er den Umsatz vervielfacht und legte damit den Grundstein für die Fressnapf Tiernahrungs GmbH. Fortan standen die Zeichen von Fressnapf auf temporeiche Expansion. 1992 eröffnete das Unternehmen die ersten Märkte im Franchising, über die Jahre öffneten hunderte von neuen Märkten in Deutschland ihre Türen. 1997 ging in Österreich der erste Fressnapf-Markt an den Start, in den Jahren 1998 und 1999 folgten weitere Standorte in der Schweiz und in Luxemburg. Mittlerweile können Tierhalter in zwölf europäischen Ländern bei Fressnapf Tiernahrung und -zubehör kaufen. In Ländern wie Italien, Frankreich, Dänemark, Irland oder Spanien firmieren die Fressnapf-Märkte unter dem Namen "Maxi Zoo".
Riesiges Sortiment auf großer Fläche
Fressnäpfe sind anders als die guten alten Zoofachhandlungen. Fressnapf, das heißt helle, großzügige Gänge, riesige Auswahl und günstige Discount-Preise. Alle Fressnäpfe haben dementsprechend ein einheitliches Konzept: Auf einer Verkaufsfläche von durchschnittlich 600 Quadratmetern bieten die Fachmärkte ein Sortiment von rund 10.000 Artikeln aus den Bereichen Tiernahrung und -zubehör an, darunter eine große Auswahl an Produkten für Hunde, Katzen, Nager, Vögel und Fische und Spezialitäten wie fettreduziertes Futter, Schonkost, Tiernahrung zum selber Mischen und Spezialfutter für allergische Tiere. Die Eigenmarken-Ranges wie MultiFit, fit+fun, SELECT GOLD, Premiere, real nature, AniOne, PetBalance, PetBalance Medica und Bioplan gehen auf die unterschiedlichen Ansprüche von Tier- und Tierhalter ein. Die Eigenmarke MORE4, unter der moderne Zuberhörartikel für Hund und Katze in hochwertigem Design erhältlich sind, rundet das Sortiment ab. Verkauft werden diese Produkte von geschulten Mitarbeitern, die sich, anders als Verkäufer in Super- oder Baumärkten, bestens mit Tieren auskennen und die Kunden kompetent beraten können. Mit seinen XXL-Märkten präsentiert Fressnapf ein neues Konzept des Erlebniseinkaufs auf einer riesigen Fläche von über 1.200 qm. Besonders Terraristik- und Aquaristikfans können sich über die liebevoll gestalteten Erlebnisbereiche freuen. Mit einer Reihe von Services von Tierversicherungen über Hundefriseure bis hin zu Tierarztpraxen entwickelt sich Fressnapf mit seinen Kooperationspartnern zum Problemlöser und Komplettanbieter rund ums Thema Haustier. Im November 2009 öffnete Fressnapfs Online-Shop seine digitalen Pforten - und macht das Unternehmen zum Multi-Channel-Retailer mit Internet- und stationärem Handel.
Fressnapf - ein preisgekröntes Unternehmen
Fressnapf ist für seine Unternehmenserfolge mehrfach ausgezeichnet worden. Im Jahre 2003 wurde Torsten Toeller zum "Entrepreneur des Jahres" gewählt, 2004 erhielt sein Unternehmen den Preis "Franchisegeber des Jahres". In 2005 konnte Fressnapf der langen Reihe von Auszeichnungen zwei weitere Preise hinzufügen. So erhielt das Unternehmen den Branchenoskar "Goldener Zuckerhut", die höchste Auszeichnung der Handelsbranche. Die hochkarätige Jury begründete ihr Urteil damit, dass Fressnapf es bereits 15 Jahre nach Unternehmensgründung geschafft habe, die Spezialisten aus dem Fachhandel ebenso abzuhängen wie die Wettbewerber aus dem Lebensmittelhandel. Ingrid und Herbert Müller, Franchisepartner von Fressnapf, wurden vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft zum "Franchisenehmer des Jahres 2005" gewählt. Mit dieser Auszeichnung werden Unternehmerinnen und Unternehmer gewürdigt, die an der Seite starker Franchisegeber erfolgreich den Weg in die Selbstständigkeit gefunden haben. Die Gemeinschaft Europäischer Marketing- und Verkaufsexperten verlieh Torsten Toeller im Jahr 2007 den "Award of Excellence" für seine erfolgreiche Geschäftsidee. 2006, 2007 und 2008 wählte das Unternehmermagazin impulse in einer Studie über die 100 erfolgreichsten Franchisesysteme in Deutschland Fressnapf jeweils zum zweitbesten Franchisegeber. Schließlich erhielt Fressnapf 2008 die Auszeichnung "Pet Retailer of the Year" und last but not least 2010 den "Global PETS Award".
Für die Zukunft haben Torsten Toeller und seine Franchisepartner klare Ziele: Den Marktanteil von Fressnapf, der Ende 2009 im Gesamtmarkt bei 22 Prozent lag, weiter steigern, denn, so Toeller, "wir haben unser Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft".
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