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31.08.2009
Nr.18 /2009: Ganz schön gespenstisch

Es gibt Tiere, die sehen Besucher im Zoofachhandel erst auf den zweiten oder dritten Blick. Denn sie passen sich so gut ihrer Umgebung an, dass sie dem ungeübten Auge gar nicht auffallen. Mit dieser beispiellosen Tarnung schützen sie sich in der Natur vor Fressfeinden. So auch die Gespenstschrecken, die die Experten der Fachmarktkette Fressnapf vorstellen.

Diese Tiere zählen zu den Insekten und haben längst viele Fans gefunden. Sie gehören zu der Gruppen der Phasmiden (von griechisch „Phasma“ = Gespenst), wegen ihrer teilweise gespenstisch wirkenden Erscheinung. Manche Arten sind stabförmig und ähneln Heuschre-cken, weshalb sie auch Stabheuschrecken genannt werden. Wer mit dem Gedanken spielt, sich Gespenstschrecken als Haustier zu halten, muss jedoch nicht befürchten, dass sie ihm davon springen. Denn anders als Heuschrecken haben die Meister der Tarnung keine Sprungbeine. Im Gegenteil: Sie bewegen sich eher behäbig vorwärts. Das passt auch gut zu ihrer Größe, denn im Durchschnitt werden die Tiere zwischen acht und zwölf Zentimeter groß, was für ein Insekt schon beachtlich ist.

Stabheuschrecken eignen sich gut für Terrarien-Anfänger oder solche, die sich langsam an Insekten herantasten wollen. Je nach Art sind sie recht anspruchslos in der Haltung. Ihre natürliche Lebenserwartung ist meist nicht höher als ein Jahr, Männchen leben nur drei bis fünf Monate lang. Auch die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten bewegen sich im Rah-men. Und was benötigt eine Stabheuschrecke nun zum Leben? Je nach Art kann man die Tiere in einem normalen Terrarium oder aber in einem luftdurchlässigen Holzrahmen-Gazekäfig (= Raupenkasten) mit mindestens 40 Zentimetern Höhe halten. Da ihr natürlicher Lebensraum die Tropen oder Subtropen sind, mögen es die Insekten verhältnismäßig warm. Für viele Arten ist Zimmertemperatur (mindestens 25 Grad Celsius am Tag und 20 Grad Celsius in der Nacht) ausreichend. Indem man die Terrarien-Pflanzen, das Bodensubstrat oder sogar die Tiere selbst regelmäßig mit Wasser bestäubt, sorgt man für die nötige Luft-feuchte. Als Nahrung benötigen die Schrecken rein pflanzliche Kost. Brombeerblätter sind sehr beliebt, aber auch Himbeere, Rosengewächse, Buche oder Eiche.

Einige Arten der Phasmiden-Weibchen können sich fortpflanzen, ohne von einem Männchen befruchtet zu werden. Deshalb kann es sein, dass der Tierhalter Eier am oder im Boden oder an der Dekoration vorfinden, aus denen nach einiger Zeit Nachwuchs schlüpfen kann. Ist Nachwuchs unerwünscht, sollte man das Bodensubstrat regelmäßig auswechseln und vor dem Entsorgen über Nacht einfrieren.

Welche Gespenstschrecke ist die richtige für die Terrarienhaltung? Es gibt verschiedene Arten und Körperformen, von der langen, dürren Stabschrecke über das blattartig anmuten-de Wandelnde Blatt bis hin zur massiger gebauten Dorngespenstschrecke. Anfänger begin-nen am besten mit Tieren, die keine besonderen Ansprüche an ihre Pflanzennahrung oder das Lebensraumklima haben. Dazu gehören z. B. die Indische Stabschrecke, die Kleine Dornschrecke, die Teppich-Stabschrecke, die Grüne oder Rosa Geflügelte Stabschrecke.


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Alle Bilder zu diesem Artikel:

Gut getarnt

Gespenstschrecken, wie diese Stabheuschrecke sind Meister der Tarnung und interessante Terrarien-Tiere.

Foto: Fressnapf/Ulrike Schanz


(Abdruck des Fotos nur auf Anfrage und in Verbindung mit dem redaktionellen Text. Die Feindaten der Fotos können Sie in der Fressnapf-Pressestelle erfragen.)

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