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26.10.2009
Nr. 22/2009: Auf wilden, leisen Sohlen

Ein Laie wird nur schwer erkennen, ob er einer grau getigerten Hauskatze oder einer Wildkatze begegnet ist. Doch dieser Fall kommt höchst selten vor, denn Wildkatzen sind sehr scheu und kaum in freier Wildbahn anzutreffen. Und doch leben sie manchen unserer Wälder und sind Teil der heimischen Fauna. Die Tierexperten der Fachmarktkette Fressnapf stellen die wilden Samtpfoten einmal genauer vor.

Die Wildkatze, die wir in unseren gemäßigten, europäischen Breiten vorfinden, stammt wirklich von hier. Ganz anders unsere Hauskatze, die von der afrikanischen Falbkatze abstammt und sehr wahrscheinlich von den Römern importiert wurde. Deshalb unterscheiden sich Wild- und Hauskatze nicht nur in ihrem Aussehen, sondern auch in ihrem Verhalten. Wildkatzen sind typische Einzelgänger, die sich nach der Paarung sofort wieder vom Partner lösen und deren Nachkommen schon nach wenigen Monaten selbstständig sind. Sie leben in dichtem Laub- oder Mischwald und gehen nachts auf die Jagd nach Kleinsäugern wie Mäusen. Wenn sie im Winter unter einer Schneedecke die Nager nur schwer ausfindig machen können, werden ihnen auch Hasen, Eichhörnchen oder Vögel zur Beute.

Und wie unterscheiden sich Wildkatzen rein äußerlich von unseren zahmen Samtpfoten? Am meisten Ähnlichkeit haben sie mit einer grau-braun getigerten Hauskatze, da ihr Fell gelb-grau bis ockerfarben ist und dunkle Streifen aufweist. Das Muster ist bei den Wildkatzen eher verwaschen als klar. Und ihr Fell ist viel länger, was übrigens auch auf die ganze Katze zutrifft, die fast einen Meter in der Länge messen kann. Charakteristisch bei einer Wildkatze sind ihr buschiger Schwanz, der in der stumpfen Spitze schwarz endet, ein weißes Kinn und ein weißer Fleck im Kehlbereich. Auch ihr Kopf und ihre Beine sind kräftiger als bei einer normalen Hauskatze.

Der natürliche Lebensraum der Wildkatze ist im Laufe der Zeit immer weiter zurückgegangen und mittlerweile auf „Inselgebiete“ in Europa und Südwestasien beschränkt. Der Grund: Waldgebiete wurden immer mehr durch Verkehrswege, Siedlungen oder landwirtschaftliche Flächen ersetzt beziehungsweise unterbrochen. So war es den Wildkatzen, die zur Paarung schon mal weite Wege zurücklegen, kaum möglich, in neue Gebiete vorzudringen. In bestimmten Regionen Deutschlands galten sie deshalb schon lange als ausgestorben. Lediglich in einigen Mittelgebirgen wie Eifel, Hunsrück oder Harz waren sie noch zu finden.. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) initiierte 2004 das „Rettungsnetz für die Wildkatze“: Mit ihm sollen Wildkatzenwälder über breite grüne Korridore länderübergreifend miteinander verknüpft werden, um die Population zu erhöhen und zu stabilisieren. Damit ist nicht nur den Wildkatzen geholfen, sondern auch vielen anderen Waldtieren und -pflanzen in ihrem Lebensraum. Weitere Infos zum Rettungsnetz unter www.wildkatze.info



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Samtpfötiger Jäger

Ein Laie wird nur schwer erkennen, ob er einer grau getigerten Hauskatze oder einer Wildkatze begegnet ist. Doch dieser Fall kommt selten vor, denn Wildkatzen sind sehr scheu und ihr natürlicher Lebensraum ist im Laufe der Zeit leider immer weiter eingeschränkt worden.

Foto: Fressnapf/Ulrike Schanz

(Abdruck des Fotos nur auf Anfrage und in Verbindung mit dem redaktionellen Text. Die Feindaten der Fotos können Sie in der Fressnapf-Pressestelle erfragen.)

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