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12.07.2010
Nr. 14/2010: Richtig futtern hält die Zähne fit

Zahnpflege ist nicht nur für ein gesundes Menschengebiss das A und O. Selbst bei Nagetieren, deren Zähne zwischen einem und drei Millimeter pro Woche nachwachsen, brauchen die Beißerchen besondere Aufmerksamkeit. Die Experten der Fachmarktkette Fressnapf erklären, woran Nagerfreunde Zahnprobleme erkennen und wie sie mit der richtigen Ernährung vorbeugen können.

Bei beliebten Nagetieren wie Meerschweinchen, Chinchilla, Degu oder dem den Nagern ähnlichen Kaninchen hat jeder sofort ein Bild im Kopf, wenn es um das Thema Gebiss geht: die auffallenden Schneidezähne. Doch nicht nur die, sondern auch die Backenzähne wachsen ein Leben lang nach. Dieses Wachstum können die Tiere nur durch ständigen Abrieb ihrer Zähne im Zaum halten. Passiert das nicht, kommt es zu Zahnfehlstellungen, die übrigens auch genetisch bedingt sein können.

Was passiert da eigentlich im Nagergebiss?
Die Schneidezähne der Tiere stehen normalerweise direkt aufeinander und nutzen sich durch hartes Futter oder das Nagen an z. B. Gehölzen ab. Passiert das zu wenig oder liegt eine Fehlstellung vor, können die unteren Zähne nach oben hin aus dem Mund herauswachsen, die oberen krümmen sich und wachsen nach oben oder unten weiter. Dadurch können sich die Tiere schwer verletzen und schließlich nicht mehr fressen. Das Wachstum der Backenzähne regulieren die Tiere, indem sie die Zähne beim Zerkauen der Nahrung ständig gleichmäßig abreiben. Sobald Teile der Zähne nicht abgerieben werden, entstehen Spitzen, die sich in die Wangenschleimhaut oder Zunge bohren oder die Zungentätigkeit stark einschränken. Übrigens: Bei Hamstern, Ratten und Mäusen wachsen die Backenzähne nicht permanent nach!

Wann müssen Sie zum Tierarzt?
Oft bemerken Besitzer Probleme mit dem Gebiss erst dann, wenn andere Symptome wie Verdauungsbeschwerden auftreten. Sie entstehen, weil das Tier die Nahrung nicht mehr richtig mit den Zähnen bearbeiten und schlucken kann. Doch es gibt schon vorher Anzeichen, die auf zu lange oder fehlgebildete Zähne hinweisen können: Ihr Nager will (kann) nichts mehr fressen, speichelt viel oder hat Futterreste in seinen Maulwinkeln. Spätestens bei Durchfall, Verstopfung oder Abmagerung sollten Sie rasch einen Tierarzt aufsuchen. Liegen Fehlentwicklungen vor, kann der Arzt mit einer Zahnkorrektur dem Tier sofort helfen.

Wie beugen Sie Fehlstellungen vor?
Zu lange, spitze Zähne können ernährungsbedingt entstehen. Wichtig ist: Nicht die Härte des Futters ist entscheidend! Gerade die Backenzähne müssen gegeneinander reiben – und das ist nur dann ausreichend gegeben, wenn die Tiere ihr Futter lange kauen müssen, wie z. B. Heu, Grünzeug oder Gemüse. Pellets oder auch Mischfutter als Alleinfutter fressen die Tiere viel zu schnell, als dass sich die Zähne dabei gleichmäßig abreiben würden. Deshalb: Geben Sie den Tieren zum Kauen und zur Beschäftigung täglich genug Grün- oder Raufutter! Zusätzlich brauchen Nager und Kaninchen geeignetes Nagematerial, wie unbehandelte Apfel- oder Birnbaumzweige (kein Kernobst), junge Zweige von Pappeln, Haseln oder Weiden oder Nagersteine.

Übrigens: Auch die Krallen der Nager brauchen ständig Abrieb, damit sie nicht zu lang werden und sich die Tiere verfangen oder verletzen. Sorgen Sie deshalb für Abwechslung im Nagerheim – mit Wühl-, Kletter- und Auslaufmöglichkeiten. Der Tierarzt zeigt Ihnen, wie Sie schonend die Krallen kürzen können, sollten Sie doch einmal zu lang werden.

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Alle Bilder zu diesem Artikel:

Nager müssen nagen

Damit das Gebiss gesund bleibt, brauchen Nager und Kaninchen neben dem richtigen Futter auch geeignetes Material zum Nagen, wie beispielsweise Zweige.

Foto: Fressnapf/Ulrike Schanz

(Abdruck des Fotos nur auf Anfrage und in Verbindung mit dem redaktionellen Text. Die Feindaten der Fotos können Sie in der Fressnapf-Pressestelle erfragen.)

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