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26.07.2010
Nr. 15 /2010: Schillernde Schönheiten
Das Wort "Libelle" war im Jahr 2004 eines der schönsten deutschen Wörter, und zwar das schönste Wort der Kinder. Warum? Weil es leicht auszusprechen ist und so freundlich klingt, dass auch das Tier ein friedliches sein muss. Dabei dachten die Menschen früher, Libellen seien gefährlich, und gaben ihnen Namen wie "Teufelsnadel" oder "Augenstecher". Die Experten der Fachmarktkette Fressnapf wissen noch mehr über die prächtigen, farbenfrohen Insekten.
Dass Libellen stechen, diesem Irrglauben waren die Menschen Jahrhunderte lang aufgesessen. Möglicherweise lag es daran, dass Libellen sowohl den Menschen als auch Nutztieren mitunter sehr nahe kommen. Und da sie im Gegensatz zu den stechenden Mücken oder Bremsen doch ungewöhnlich groß sind, jagten sie den Leuten Angst ein. Stech-Insekten stehen auf dem Speiseplan der Libellen, weshalb es schon mal einen Stich geben konnte – allerdings ging der nicht von der Libelle aus. Sie war nur zufällig am "Tatort", weil sie es auf ihr Futter abgesehen hatte.
Die bezahnten Kauwerkzeuge der Libelle sind ausschlaggebend für ihren wissenschaftlichen Namen "Odonata" (von griechisch "odon" = Zahn). Sowohl ausgewachsene Libellen als auch ihre Larven können mit dem Mund oder einer speziellen Fangmaske kräftig zupacken. Ihren schönen Namen "Libelle" verdanken sie vermutlich dem Vergleich einer Kleinlibellenlarve mit einem Hammerhai (namens "Libella") – weil beide das T-förmige Aussehen einer Wasserwaage haben (lateinisch "libella" = kleine Waage).
Libellen gab es schon vor mehreren hundert Millionen Jahren, also lange vor der Menschheit. Beachtlich sind ihre großen Flügel, die bei manchen Arten eine Spannweite von bis zu 19 Zentimetern erreichen können: Sie sind über starke Flugmuskeln mit dem Körper verbunden und eröffnen der Libelle viele Möglichkeiten. Sie kann auf der Stelle oder mal kurz rückwärts fliegen, sofort beschleunigen oder auch abbremsen. Selbst Langstreckenflüge sind möglich – so überwinden indische Libellen eine Distanz von 18.000 Kilometern! Und: Die Zahl der Flügelschläge pro Sekunde ist bei Libellen so gering, dass wir sie kaum hören.
Es gibt weltweit etwa 4700 Libellen-Arten, in unseren Breiten tragen sie z. B. so schöne Namen wie Blauflügel-Prachtlibelle, Grüne Mosaikjungfer, Hufeisen-Azurjungfer oder einfach Prachtlibelle, die in Europa sehr häufig vorkommt. Sie suchen entwicklungsbedingt die Nähe zu Gewässern, zu Teichen, Seen, Mooren oder Flüssen. Libellen legen ihre Eier meist in Gewässern ab. Daraus schlüpft eine Prolarve, die sich relativ schnell durch Häutung zur echten Larve entwickelt. Fast alle Arten leben als Larven länger als im ausgewachsenen Libellenstadium, das nur wenige Wochen bis Monate dauert. Bis zu fünf Jahre lang bringt z. B. die Larve der Quelljungfer im Wasser zu! Die meisten Arten durchlaufen ein bis zwei Jahre lang mehrere Larvenstadien, bevor sie sich an Land einen Platz zum Schlupf suchen. Dann entfaltet die Libelle ihre ganze Pracht – zurück bleibt die so genannte Exuvie, die leere Hülle der Larve.
Weil ihr natürlicher Lebensraum durch Gewässerverunreinigung und -rückgang immer weiter eingeschränkt ist, stehen Libellen in Deutschland und anderen europäischen Ländern mittlerweile unter Artenschutz.
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Schillernd und elfengleich
Es gibt weltweit etwa 4.700 Libellen-Arten, in unseren Breiten tragen sie so schöne Namen wie Blau-flügel-Prachtlibelle, Grüne Mosaikjungfer, Hufeisen-Azurjungfer oder einfach Prachtlibelle, die in Europa sehr häufig vorkommt.
Foto: Fressnapf/Robert Kutschera
(Abdruck des Fotos nur auf Anfrage und in Verbindung mit dem redaktionellen Text. Die Feindaten der Fotos können Sie in der Fressnapf-Pressestelle erfragen.)
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