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23.10.2006
Nr. 18/2006: Wann Igel wirklich Hilfe brauchen
Jetzt im Spätherbst begegnet so mancher Spaziergänger oder Gartenbesitzer einem kleinen stacheligen Tierchen: dem Igel. Aus Furcht, Igel könnten den Winter nicht überstehen, sammeln manche Menschen die Tiere ein und wollen sie überwintern. Das jedoch ist häufig übertriebene Fürsorge und auch nicht erlaubt.
Unsere Igel sind besonders geschützte Wildtiere und dürfen nicht in Gefangenschaft gehalten werden. Ausgenommen sind nur hilfebedürftige Tiere, bis sie wieder in der Natur überlebensfähig sind. Wann die stacheligenTiere jedoch wirklich auf fremde Hilfe angewiesen sind, erläutern die Tierärzte der Fachmarktkette Fressnapf.
Unterstützung eines Tierfreundes benötigen verletzte und kranke Igel sowie Jungigel, die bis zum 1. November noch nicht das nötige Gewicht von 600 g zum Überwintern erreicht haben. Einen geschwächten Igel erkennen Sie daran, dass er unbeholfen am helllichten Tage herumläuft, apathisch wirkt, röchelt oder mager und eingefallen ist. Auch Tiere, die bei geschlossener Schneedecke oder sehr früh im Frühjahr unterwegs sind, brauchen Hilfe. Diese Tiere sollten Sie in einem hohen Karton zur nächsten Igelstation oder zum Tierarzt bringen, denn alle Igel haben Parasiten, die als erstes behandelt werden müssen. Der Verein Igelhilfe e.V. gibt Ihnen Auskunft, wo sich in Ihrer Nähe eine solche Station befindet. Außerdem erhalten Sie dort viele nützliche Infos, z. B. wie Sie geschwächte Tiere überwintern können - Telefon: 030/411 01 17. Gegen eine eventuelle Unterkühlung der Igel hilft eine 35 Grad warme Wärmflasche, die Sie dem Tier in den Karton legen. Möglicherweise finden Sie auch ein Igelnest mit Jungtieren. Beobachten Sie es erst einige Zeit, bevor Sie sich kümmern - vielleicht kommt das Muttertier zurück. Kranke Igel und Jungtiere in Not dürfen Sie füttern. Da die richtige Fütterung vom Alter abhängt, sollten Sie vor allem bei Jungtieren zuerst die Igelhilfe oder den Tierarzt fragen. Ausgewachsene Tiere können Sie z.B. mit feuchtem Katzenfutter, gekochtem Eigelb, Mehlwürmern oder speziellem Igelfutter füttern. Wichtig ist: Das Tier trinkt Wasser; geben Sie ihm auf keinen Fall Milch!
„Igel sind nachtaktive Säugetiere. Die Paarungszeit dauert von April bis September, daher gibt es auch noch im Oktober sehr späte Würfe, die ohne Hilfe nur schlechte Überlebenschancen haben. Die Tiere brauchen dann etwa sechs Wochen, bis sie alleine klarkommen“, erklärt Fressnapf-Tierärztin Dr. Lioba Schaetz. Jedes Jahr ab Oktober/November, wenn die Temperaturen zurückgehen, fallen sie bis März/April in den Winterschlaf. Ihre Körpertemperatur sinkt dann von 35 bis auf unter fünf Grad. Vorher futtern sie sich gute Fettreserven an, indem sie Asseln, Käfer, Larven, Regenwürmer, Schnecken oder Spinnen verspeisen.
Naturnahe Gärten - der beste Platz für Igel
Den meisten Igeln hilft der Mensch dadurch, indem er ihnen einen natürlichen Lebensraum schafft. Überordentliche Gärten, in denen weder Laub noch Reisig herumliegt, bieten dem Stachelrücken keinen Unterschlupf. Schnecken-, Ungeziefer- und Unkrautvernichtungsmittel schaden dem Igel und rauben ihm seine Nahrungsgrundlage. Wer sich also für die putzigen Tierchen einsetzen will, räumt seinen Garten vor dem Winter noch nicht auf: aufgeschichtetes Laub, geschnittene Äste, Reisig- oder Komposthaufen sowie niedriges Gebüsch sind ideale Überwinterungsplätze.
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Igel
Igel sind Wildtiere und kommen auch im Winter gut alleine klar. Nur kranke und geschwächte Tiere oder Jungtiere, die unter 600 Gramm wiegen, darf man mitnehmen und mit Unterstützung eines Tierarztes oder der Igelhilfe überwintern.
Foto: Fressnapf/Pixelquelle
(Abdruck des Fotos nur auf Anfrage und in Verbindung mit dem redaktionellen Text. Die Feindaten der Fotos können Sie in der Fressnapf-Pressestelle erfragen.)
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